Workshops

Vernetzungs- und Praxisworkshops

Jeden Monat organisieren wir einen Vernetzungs- und Praxisworkshop um die jeweiligen Fachleute an den Universitäten zusammenzubringen und über aktuelle Fachthemen zu diskutieren. Neben einem Angebot zum Kennenlernen und Austausch der Ansprechpartner:innen an den Universitäten wollen wir gemeinsam mit Fachreferent:innen Antworten und Handlungsmöglichkeiten zu ausgewählten aktuellen Fragen rund um die Prüfungspraxis erarbeiten. Die Einladung zu den Vernetzungs- und Praxisworkshops gehen an die Ansprechpartner:innen an den bayerischen Universitäten. 

Der Workshop widmete sich neben einer kurzen Entstehungsgeschichte der BayFEV, an der Sarah Rachut zusammen mit Prof. Dr. Dirk Heckmann federführend wissenschaftlich beteiligt war, den wesentlichen rechtlichen Hintergründen der BayFEV und deren Auswirkungen auf die tatsächliche Prüfungspraxis. Dabei lag ein Fokus des Vortrags auf dem Spannungsfeld der grundrechtlichen Positionen von Studierenden und Lehrenden, die es zu beachten und in Einklang zu bringen gilt. Nicht zuletzt betonten die Vortragenden, dass sich Vertrauen und Aufsichtsklausuren nicht gegenseitig ausschließen und dass auch im Kontext von elektronischen Fernprüfungen ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Studierenden und Prüflingen möglich und gewinnbringend ist. 

Den fachlichen Impuls übernahmen Alexander Besner, Ass. jur. und Experte für Prüfungsrecht im Kernteam des Bayerischen Kompetenzzentrums für Fernprüfungen, zusammen mit Sarah Rachut, Ass. jur. Geschäftsführerin des TUM Center for Digital Public Services und Senior Expert für Prüfungsrecht am Bayerischen Kompetenzzentrum für Fernprüfungen.

Multiple-Choice -Klausuren sind aus prüfungsökonomischer Sicht unschlagbar. Große Studierendenkohorten lassen sich vor allem bei einer automatisierten Auswertung auf diese Weise mit vergleichsweise geringem Korrekturaufwand durchführen, weshalb reine Multiple-Choice-Klausuren gerade bei großen Veranstaltungen mit mehreren hundert Teilnehmenden bevorzugt eingesetzt werden. Dabei kann das geschlossene Antwortformat jedoch je nach Fragengestaltung die abgeprüften Lernergebnisse so einschränken, dass überwiegend die Reproduktion von Wissen überprüft wird. Durch den pandemiebedingten Anstieg an Fernprüfungen, auch im Open-Book-Format, aber auch aus hochschuldidaktischen Überlegungen heraus hat die Frage nach kompetenzorientierten Multiple-Choice-Klausuren zunehmend an Bedeutung gewonnen. In diesem Workshop möchten wir Möglichkeiten vorstellen und zugleich mit Ihnen in Diskussion darüber treten, wie sich Multiple-Choice-Fragen so gestalten lassen, dass auch Wissenstransfer und -anwendung geprüft werden können. Darüber hinaus haben Sie die Gelegenheit, sich mit anderen Hochschuldidaktiker*innen zu diesem Thema auszutauschen.

Den fachlichen Impuls übernehmen Johanna Batz-Finkbohner, Expertin für Prüfungsdidaktik im Kernteam des Bayerischen Kompetenzzentrums für Fernprüfungen, zusammen mit Dr. Alexandra Strasser, Senior Expert für Hochschuldidaktik am Bayerischen Kompetenzzentrum für Fernprüfungen.

Der Workshop findet online als Zoom-Meeting von 9.00 - 11.30 Uhr statt. Die Anmeldung erfolgt über fernpruefungen-bayern@prolehre.tum.de.

Offene Textaufgaben erleichtern das Erlernen von Problemlösungsfähigkeiten. Studierende können aus ihren Fehlern lernen, wenn Lehrkräfte individuelles Feedback zu Textaufgaben geben. Kurse mit Hunderten von Studierenden bedeuten jedoch eine hohe Arbeitsbelastung für die Lehrkräfte: Das Erstellen von individuellem Feedback ist meist eine manuelle, sich wiederholende und zeitaufwändige Tätigkeit. In diesem Workshop stellen wir die Anwendung Athene vor, die einen Ansatz des maschinellen Lernens verwendet um individuelles Feedback vorzuschlagen. Der Ansatz verwendet Themenmodellierung um die Antworten der Studierenden in Textsegmente aufzuteilen und gruppiert die Textsegmente mit Hilfe von Clustering nach deren Ähnlichkeit, so dass das gleiche Feedback auf alle Segmente innerhalb desselben Clusters angewendet werden kann. Durch das manuelle Korrigieren der ersten Einreichungen von Studierenden, lernt Athene, welche Textsegmente korrekt und welche falsch sind und kann diese Information sowie das eingegeben Feedback auf weitere Einreichungen anwenden. Athene ist in Webanwendung Artemis integriert, die an der TUM und weiteren Universitäten für Fernprüfungen eingesetzt wird. Somit kann die automatische Korrektur von Textaufgaben auch in digitalen Klausuren genutzt werden.

Den fachlichen Impuls übernehmen Jan Philip Bernius, Doktorand und wissenschaftlicher Mitarbeiter, zusammen mit Dr. Stephan Krusche, Dozent und Forscher, jeweils an der Forschungsgruppe Angewandte Softwaretechnik, jeweils an der Technischen Universität München.

Für die Arbeit an der Automatisierten Korrektur von Freitextaufgaben haben die Jan Philip Bernius und Dr. Stephan Krusche dieses Jahr den Ernst-Otto-Fischer-Lehrpreis erhalten.

Der Workshop findet online als Zoom-Meeting von 9.00 - 11.00 Uhr statt. Die Anmeldung erfolgt über fernpruefungen-bayern@prolehre.tum.de.

Seit dem Sommersemester 2020 ließen sich die bisherigen Prüfungen aufgrund der Corona-bedingten Hygieneauflagen nicht mehr in gewohnter Art und Weise vor Ort durchführen. Gefragt waren und sind noch immer alternative Prüfungsformate, die digital durchführbar sind. Am Lehrstuhl für Grundschulpädagogik und Didaktik, Universität Passau, wird das E-Portfolio nicht erst seit Corona als formatives und summatives Online-Prüfungsinstrument zur Leistungserhebung und Leistungsbeurteilung eingesetzt. Dabei erhalten die Studierenden während eines Seminars kleinere Arbeitsaufträge (Prozessportfolio), die Bezug zur abschließenden Haus-/Seminararbeit (Produktportfolio) haben. Diese Arbeitsaufträge können von Rechercheaufgaben über die Erstellung von Podcasts oder Vodcasts, Gruppenreferaten bis hin zu kleineren wissenschaftlichen Ausarbeitungen oder auch empirischen Studien reichen. Sie dienen der Leistungsfeststellung (Workload-Erfüllung). Bei der Erstellung der Haus-/Seminararbeit (Produktportfolio) verwenden die Studierenden die kleineren Arbeitsaufträge, um daraus eine Abschlussarbeit zu erstellen, die dann zur Leistungsbewertung herangezogen wird.

Im Praxis- und Vernetzungsworkshop wird zunächst gezeigt, wie das E-Portfolio mit dem LMS Ilias als formatives und summatives Fernprüfungsinstrument am Lehrstuhl für Grundschulpädagogik und -didaktik eingesetzt wird. Anschließend erhalten die Teilnehmer:innen dann selbst die Möglichkeit, Portfolioarbeit mit dem LMS Ilias „live“ zu testen.

Den fachlichen Impuls übernimmt Dr. Tamara Rachbauer, die zum Thema E-Portfolios in der Lehrer:innenbildung promoviert hat und seit acht Jahren wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Grundschulpädagogik und Didaktik an der Universität Passau ist.

Die BayFEV lässt den Hochschulen bestimmte Freiheiten für die Umsetzung von Fernprüfungen in den Hochschulsatzungen. Bislang haben viele Universitäten mit zeitlich befristeten Regelungen die Gestaltungsfreiheiten von Fernprüfungen individuell gelöst. Da einige befristete Regelungen zu Fernprüfungen demnächst auslaufen, laden wir alle mit Prüfungssatzungen befassten und interessierten Mitarbeitenden an den bayerischen Universitäten zu einem Vernetzungsworkshop ein. Wir wollen bei diesem Workshop auf die Ergebnisse einer internen Arbeitsgruppe präsentieren und über aktuelle Herausforderungen auf dem Rechtsgebiet der Prüfungssatzungen widmen, insbesondere zur Abbildung von Kompetenzorientierung in Prüfungsordnungen, zum Vertrauensschutz im Recht der Prüfungsordnungen, zur Abbildung von Prüfungsgegenständen in Prüfungssatzungen, zum Bestimmtheitsgrundsatz im Recht der Prüfungsordnungen sowie zur Abbildung von innovativen Prüfungsformaten in Prüfungsordnungen.

Die Moderation des Workshops übernehmen Alexander Besner und Matthias Gerstner.

Seit Beginn der durch die Corona-Pandemie erforderlichen Kontaktbeschränkungen sind Videokonferenzsysteme vielfach für die Durchführung von Fernklausuren verwendet worden. Je nach Erfahrung und entsprechend der datenschutzrechtlichen Einschätzung der Fachabteilungen an den bayerischen Universitäten sind bislang eine viele unterschiedliche Systeme eingesetzt worden, von 'Big Blue Button', 'Google Meet', 'Jitsi Meet', 'Microsoft Teams', 'Cisco Webex' bis zu 'Zoom'. Die anfänglichen großen Unterschiede in der Leistungsfähigkeit und Funktionen sind über die letzten Monate hinweg kleiner geworden. Einige Hersteller haben auch auf datenschutzrechtliche Bedenken reagiert und die Systemarchitektur der Videokonferenzsysteme verändert (Cloudservices in der EU etc.). Ziel dieses Praxisworkshops ist es, über den aktuellen Stand zum Datenschutz bei gängigen Videokonferenzsystemen zu informieren und die Umsetzung einer datenschutzgerechten Auswahl von Videokonferenzsystemen für Fernprüfungen zu diskutieren.

Für den fachlichen Impuls konnten wir Johannes Nehlsen von der Stabstelle IT-Recht für die bayerischen staatlichen Hochschulen und Universitäten. Die Präsentation von Herrn Nehlsen steht allen Interessierten unter CC SA 4.0-Lizenz zur Verfügung.

Nachfolgend erhalten Sie zu Ihrer Information zudem weiterführende Links und Hilfen zu der aktuellen Rechtslage bzgl. der Auswahl von Videokonferenzsystemen für Fernprüfungen:

   

Die Zertifizierung von Sprachkompetenzen im Studium ist in den letzten Corona-Semestern vielfach in diversen Videokonferenzsystemen durchgeführt worden. Die Anforderungen an die Online-Sprachprüfungen unterscheiden sich in einigen Punkten von üblichen Fernprüfungen, insbesondere hinsichtlich der Qualität des Audio- und Videosignals sowie der Beaufsichtigung durch die Prüfenden. Ziel dieses Praxisworkshops ist es, die Möglichkeiten und Herausforderungen von Sprachprüfungen im Format von mündlichen Fernprüfungen darzustellen und deren Umsetzung anhand konkreter Beispiele zu diskutieren.

Für den fachlichen Impuls konnten wir Dr. Susanne Hoppe, Leiterin des Sprachenzentrums an der Universität Erfurt, gewinnen. Frau Hoppe wird uns einen Einblick in bewährte Möglichkeiten aber auch Grenzen von Online-Sprachprüfungen geben. Zusätzlich zu dem Vortrag wird Alexander Besner die aktuellen datenschutzrechtlichen Regelungen für mündliche Fernprüfungen in Bayern erläutern.

In einem Marktscreening hat das Bayerische Kompetenzzentrum für Fernprüfungen alle an bayerischen Universitäten eingesetzten Softwaresysteme geprüft und gemeinsam mit den Softwareanbietern deren Funktionen näher betrachtet. Aus den Ergebnissen des Marktscreenings lassen sich vier Einsatztypen für Fernprüfungen ableiten. In diesem Workshop stellen wir die Ergebnisse des Marktscreenings vor und wollen über die potentielle Einsatzszenarien diskutieren. 

Für den fachlichen Impuls steht das Kernteam des Bayerischen Kompetenzzentrums für Fernprüfungen zur Verfügung.  

Der Praxisworkshop findet voraussichtlich am 24.03.2022 um 9.00 - 11.00 Uhr als Online-Meeting statt. Die Anmeldung ist über unser Online-Formular oder über fernpruefungen-bayern@prolehre.tum.de möglich. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

 

Zur Umsetzung praktischer Fernprüfungen in Laboren, Sport oder Kunst sind zuletzt einige neue Ansätze und Methoden in der Fachdiskussion entwickelt worden. Die Praxis von praktischen Prüfungen z.B. in Laboren an den Universitäten wird sehr unterschiedlich gehandhabt. In diesem Workshop wollen wir anhand konkreter Beispiele einen Erfahrungsaustausch zu praktischen Laborprüfungen starten und die Potentiale praktischer Fernprüfungen während und nach der Pandemie diskutieren. Wir sind davon überzeugt, dass Fern- und Onlineprüfungen an dieser Stelle das Potential haben, traditionelle praktische Leistungsnachweise im Labor auch in Zukunft um neue didaktische Möglichkeiten zu erweitern.

Für den fachlichen Impuls konnten wir Herrn Denis Sedlmeier als Experten für Labordidakik bei ProLehre Medien & Didaktik an der Technischen Universität München und Frau Mona Schliebs als Expertin für digitale Prüfungen beim Institut für Lern-Innovation an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg gewinnen zu können.

Die kompetenzorientierte und barrierefreie Gestaltung von Fernprüfungen ist einerseits eine der Potentiale für die Zukunft von Fernprüfungen und andererseits zugleich eine der großen Herausforderungen im Hochschulalltag. Oft wird mit der Wahl eines Fernprüfungsformates bereits eine Entscheidung darüber gefällt, welche Studierende leicht an dieser Prüfung teilnehmen können und welche Studierenden einen erschwerten Zugang haben. Eine frühzeitige und adäquate Konzeption von digitalen Fernprüfungen kann hier helfen, Bedarfe zur Sicherstellung von gleichen Chancen und barrierefreien Zugänge zu identifizieren und Lösungen zu finden. In diesem Workshop wollen wir hierzu die aktuelle Sach- und Rechtslage zu Barrierefreiheit in Hochschulprüfungen aufarbeiten und anhand konkreter Beispiele praktische Umsetzungsmöglichkeiten diskutieren.

Wir freuen uns für den Workshop zwei Expertinnen mit viel Praxiserfahrungen zu Barrierefreiheit gewonnen zu haben. Frau Dr. Sarah Böhlau von der Universität Bamberg ist Ansprechpartnerin zum Thema Barrierefreiheit im Verbundprojekt „Qualität digital gestützter Lehre an bayerischen Hochschulen steigern“. Frau Eva Dörfler von der Technischen Universität München ist Verantwortliche und Ansprechpartnerin für die zentrale Moodle-Lernplattform an der TUM und dort mit der Gestaltung von barrierefreien digitalen Lernen und Prüfungen befasst.

Der Workshop findet am 19.07.2022 um 15.00 - 16.30 Uhr online per Zoom-Meeting statt. Wir freuen uns über ihr Interesse und Ihre Anmeldung zu dem Workshop über unsere E-Mailadresse unter fernpruefungen-bayern@prolehre.tum.de oder unter unsere Online-Anmeldung.