Förderlinien

Das Bayerische Kompetenzzentrum für Fernprüfungen unterstützt die bayerischen Universitäten mit zwei Förderlinien dabei, Fernprüfungsformate weiterzuentwickeln. Die Förderentscheidung liegt beim Beirat

Fernprüfungsprojekte 2021

Informationen zum Titel, Inhalt und Ziele zu den ausgewählten Fernprüfungsvorhaben sowie der Evaluationsbericht der Projektverantwortlichen

Evaluationsbericht Evaluationsgestützte Weiterentwicklung von Fernklausuren
Deutsch: Version 1.0, Stand: 25.03.2022

Fernprüfungsvorhaben an der Universität Bayreuth

An der Universität Bayreuth werden Fernklausuren in einer Prüfungsformkonstellation mit Wahlmöglichkeit zwischen einer Open-Book-Fernklausur in einer gesicherten Browserumgebung inklusive Bildüberwachung und einer zeitgleichen, inhaltlich identischen Open-Book-Präsenzklausur angeboten. Diese Prüfungs-rahmenbedingungen der Fernklausuren ermöglichen eine tiefergehende Analyse der für die Akzeptanz von Fernklausuren relevanten Einflussfaktoren und daraus folgend die Identifikation bedeutender Rahmenbedingungen sowie deren Optimierungsmöglichkeiten. Aus den Ergebnissen dieser Untersuchung können weitreichende Handlungsempfehlungen für alle Hochschulen abgeleitet werden.

Laufzeit: 15.05. - 31.12.2021

Ansprechpartnerinnen: Nadine Liebold und Sandra Storz, Universität Bayreuth

 

 

Evaluationsbericht Implementierung einer Fernprüfungssoftware
Deutsch: Version 1.0, Stand: 31.03.2022

Fernprüfungsvorhaben an der Katholische Universität Eichstätt

Gefördert werden sollen der Aufbau von technischer Infrastruktur sowie von Expertise und Support für die Implementierung beaufsichtigter schriftlicher Fernprüfungen ("Proctored Exams") an der KU. Die unter Berücksichtigung vorhandener und ggf. durch Zukauf alternativer Applikationen intendierten Lösungen sollen zunächst als Option für das Sommersemester 2021 realisiert und anschließend in den Regelbetrieb überführt werden. Hauptziel der Maßnahme ist die Weiterentwicklung des Prüfungsportfolios der KU. Zum einen soll gewährleistet werden, dass von den Dozierenden für angemessen und erforderlich gehaltene Prüfungsszenarien auch ohne physische Präsenz aller TeilnehmerIinnen an der KU (und damit u.a. unabhängig von einer künftigen Pandemiesituation) umgesetzt werden können. Zum anderen soll ein Prozess initiiert werden, der Dozierende dazu befähigt und motiviert, ihre Prüfungen noch stärker kompetenzorientiert zu gestalten.

Laufzeit: 15.05. - 31.12.2021

Ansprechpartner/-in: Peter Ihrler und Dr. Tanja Müller, Katholische Universität Eichstätt

Evaluationsbericht Interdisziplinärer Einsatz von E-Portfolios und Open-Book-Exams
Deutsch: Version 1.0, Stand: 20.01.2022

Fernprüfungsvorhaben an der Universität Passau

Überwiegend wurde aufgrund der Pandemiebeschränkungen versucht, traditionelle Prüfungsformate möglichst verlustfrei elektronisch abzubilden. Jedoch ermöglicht die Digitalisierung neuartige Prüfungsformate, die nicht nur zeitlich und räumlich flexibel ausgestaltet sein können, sondern auch höhere Kompetenzebenen adressieren. Daher untersucht das Projekt Gestaltungen für studienbegleitende Prüfungen — insb. die Integration mit adaptiven Lernformaten. Darüber hinaus sollen Open-Book-Exams im Hinblick auf die tatsächliche Gefahr von Unterschleif überprüft werden. Insgesamt soll das Projekt Vorbehalte gegen aufsichtslose Fernprüfungsformate untersuchen und Maßnahmen finden, um diese zu entkräften.

Laufzeit: 15.05. - 31.12.2021

Ansprechpartnerin: Dr. Tamara Rachbauer, Universität Passau

Evaluationsbericht Digitale Bearbeitung und Abgabe Kompetenzorientierter Fernpruefungen
Deutsch: Version 1.0, Stand: 15.03.2022

Fernprüfungsvorhaben an der Technischen Universität München

Fernprüfungen unterscheiden sich sowohl in Form der Aufgabentypen als auch der Nutzung von digitalen Lernplattformen von schriftlichen Präsenzklausuren. Mit diesen sind jedoch sowohl Studierende wie Prüfende am besten vertraut, und in vielen Fachbereichen sind schriftliche Prüfungen ein essentieller Bestandteil des Prüfungsportfolios. An der Technischen Universität München existieren mit Moodle, EvaExam, TUMexam und Artemis mehrere innovative Fernprüfungsformate, mit denen bereits viele Erkenntnisse in den letzten beiden Semestern gesammelt werden konnten. Aus der Erfahrung ergeben sich jedoch auch Probleme: Die Bearbeitung digitaler Prüfungen stellt sich für einen Teil der Studierenden als schwieriger als bei schriftliche Prüfungen dar. Egal ob die Bearbeitung im Browser, im PDF oder auf Papier (mit Fotoabgabe) erfolgt, es kommt immer wieder zu technischen Schwierigkeiten. Eine erfolgreiche Abgabe hängt davon ab, dass Studierende rechtzeitig und erfolgreich (z.B. als PDF) ihre Lösung einreichen. Jedoch sind beispielsweise digitale Annotationen in PDFs nicht selten nur in der Anwendung sichtbar, mit der das PDF bearbeitet wurde. Daraus ergibt sich für Studierende eine gewisse Unsicherheit, ob Abgaben gewertet werden können, während für Prüfer ein entsprechender Mehraufwand zur Lösung derartiger Problemfälle entsteht. Im Rahmen dieses Projekts wollen wir die typischen Probleme bei der Bearbeitung von Fernprüfungen systematisch identifizieren (AP 1) und im Rahmen von technischen Verbesserungen bei den eingesetzten Fernprüfungsformaten beheben (AP 2). Das Ergebnis soll ein browser-basiertes Prüfungsformat sein, das von der Aufgabenstellung sowie dem Klausurerlebnis nahe an schriftliche Prüfungen heranreicht, technische wie menschliche Fehler bei der Bearbeitung weitestgehend ausschließt und eine anschließende digitale Korrektur der Abgaben ermöglicht. Eine Integration dieser Anwendung in bestehende Fernprüfungsformate soll möglich sein. Im Rahmen einer wissenschaftlichen Evaluation (AP 3) prüfen wir, welche Probleme durch innovative technische Lösungen behoben werden können.

Laufzeit: 15.05. - 31.12.2021

Ansprechpartner: Dr. Stephan Krusche und Dr. Stephan Günther, Technische Universität München

Fernprüfungsprojekte 2022

Informationen zum Titel, Inhalt und Ziele zu den ausgewählten Fernprüfungsvorhaben

Fernprüfungsvorhaben an der Universität Regensburg

Computergestützte Distanzprüfungen der Universität Regensburg (UR) verwenden eine leicht angepasste Version der Lehr- und Lernplattform ILIAS als Prüfungssystem. Im derzeitigen Zustand ist das Abprüfen mathematisch-technischer Kompetenzen sehr eingeschränkt. Prüfungsfragen, die mathematische Formeln, Berechnungen oder Arbeiten mit Diagrammen benötigen, lassen sich nicht effizient mit dem System stellen, einsetzen, lösen und korrigieren. Die Oberfläche des Systems ist nur bedingt für mobile Endgeräte wie Tablets geeignet. Als häufiger Umweg sind monolithische Prüfungen herunterzuladen, Lösungen sind auf Papier zu produzieren, abzufotografieren, weiterzuverarbeiten und hochzuladen. Es kommt vor, dass ganze Prüfungen erfolgreich bearbeitet, aber die Abgaben nicht korrekt hochgeladen werden – mit entsprechenden Nachbehandlungen und Revisionen.

Laufzeit: 01.01. - 31.12.2022

Ansprechpartner: Dr. Christoph Bauer, Universität Regensburg

Fernprüfungsvorhaben an der Ludwig-Maximilians-Universität München

Zum Unterschied zwischen digitalen Fernprüfungen und Präsenzprüfungen existiert bereits ein umfangreicher Diskurs, der generell eher systematische und probleminhärente Probleme und Lösungen adressiert. Dies ist auch an der LMU der Fall. Durch die Größe und Fachvielfalt der LMU und das Subsidiaritätsprinzip mangelt es nicht an guten Ansätzen, Ideen und konkreten Verfahrensweisen, wie die letzten Semester gezeigt haben. Seltener diskutiert wird das die Frage nach dem Wachstum bzw. der Profileration von derartigen Lösungen. Hier, also eine Ebene unter den tatsächlichen Fernprüfungsformaten, setzt der vorliegende Antrag an. 
Vorgeschlagen wird der Aufbau einer Plattform, über die fächerübergreifend Fernprüfungs-Skizzen, bereits gut funktionierende Implementierungen und Best-Practice-Beispiele ausgetauscht, diskutiert, bewertet und weiterentwickelt werden. 

Laufzeit: 01.01. - 31.12.2022

Ansprechpartner:innen: Dr. Andreas Hendrich, Ludwig-Maximilians-Universität München

Fernprüfungsvorhaben an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Im Projekt Fern-E-Prüfungen überwinden wir die Schwächen von handschriftlich bearbeiteten Fernprüfungen mit einer Lösung, die es erlaubt, Fern- und parallele Präsenzprüfung vollständig am Rechner durchzuführen.
Wir analysieren dazu allgemeine und für die Universität Bamberg spezifische Problemstellungen und adressieren diese mit einer neuen IT-Lösung, die den Aufwand für Prüfende reduziert und neue didaktische Möglichkeiten bietet.

Zur Ergebnissicherung evaluieren wir unsere Umsetzung im Sommersemester 2022 unter Realbedingungen. Die Besonderheit der entwickelten Lösung besteht darin, dass sie nicht nur Text- oder Multiple-Choice-Aufgaben, sondern auch praktische Aufgaben am Rechner ermöglicht. Die Prüflinge greifen dabei auf Fachanwendungen zu. Dieses didaktisch interessante Prüfungsinstrument stellt Aufsichten und Proctoring-Werkzeuge vor neue Herausforderungen. Vorgeschlagen wird der Aufbau einer Plattform, über die fächerübergreifend Fernprüfungs-Skizzen, bereits gut funktionierende Implementierungen und Best-Practice-Beispiele ausgetauscht, diskutiert, bewertet und weiterentwickelt werden. 

Laufzeit: 01.01. - 30.11.2022

Ansprechpartner:innen: Prof. Dr. Dominik Herrmann

Fernprüfungsvorhaben an der Universität Regensburg, Sprachenzentrum

Als diagnostischer Test soll das geplante Fernprüfungsangebot internationalen Studienbewerber:innen ermöglichen, einen für die Bewerbung (für das Fachstudium oder für das studienvorbereitende Kursprogramm) angemessenen und akzeptierbaren Sprachnachweis zu erwerben. Dafür soll ein Einstufungstest bzw. Sprachtest entwickelt werden, der anders als die verfügbaren Online-Einstufungstests wie z.B. der onSET Deutsch der Gesellschaft für akademische Studienvorbereitung und Testentwicklung (g.a.s.t.) als Online-Distanzprüfung durchgeführt werden kann.

Valide Aussagen zu den hochschulbezogenen Sprachkompetenzen bzw. zu den Erfolgsaussichten bei der DSH treffen zu können, noch bevor die Studienbewerber:innen in Deutschland einreisen, erhöht die Planungssicherheit sowohl auf Seiten der Studienbewerber:innen als auch auf Seiten der Hochschule. Das Testangebot kann somit auch als Teil des Betreuungsangebots der Universität Regensburg für internationale Studierende bzw. Studienbewerber:innen verstanden werden. Auf der Basis eines derartigen diagnostischen Tests kann eine umfangreiche Beratung der Studienbewerber:innen erfolgen und zum Beispiel Empfehlungen zum weiteren Spracherwerb, zur Teilnahme an der DSH oder zur Aufnahme in das studienvorbereitende Programm ausgesprochen werden.

Laufzeit: 01.05. - 31.10.2022

Ansprechpartner:innen: Dr. Thomas Stahl

Ergänzungsförderung

Informationen zum Titel, Inhalt und Ziele zu den für die Ergänzungsförderung ausgewählten Fernprüfungsvorhaben

Fernprüfungsvorhaben an der Technischen Universität München

Plattformen für Fernprüfungen bieten vielfältige Möglichkeiten für didaktische Konzepte auch in großen Gruppen von mehr als 1000 Studierenden, die mit konventionellen Mitteln kaum handhabbar wären. Dazu gehören insbesondere auch Möglichkeiten für fachspezifische Fragestellungen, die auf Papier nicht oder nur unter unrealistischen Bedingungen geprüft werden können. Ein Beispiel hierfür sind programmierpraktische Aufgabenstellungen, die im Rahmen von Fernprüfungen auf natürliche Weise am Computer und ggf. sogar unter Nutzung der dazu üblichen Tools möglich werden. Gleichzeitig stellen derartige Aufgabenstellungen häufig auch nur einen bestimmten Prüfungsteil dar. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, später mehrere Teilprüfungen zu gewichten und miteinander zu verrechnen. Abhängig von den gegebenen prüfungsrechtlichen Rahmenbedingungen kann es wünschenswert sein, einige Prüfungsteile lediglich als optionalen Bonus anzubieten, d. h. es darf durch die freiwillige Teilnahme keine Verschlechterung der Note eintreten. Systeme, die eine derartige flexible Verrechnung von Prüfungsleistungen ermöglichen, stellen hier eine enorme Erleichterung dar.

Im Rahmen dieses Projekts werden wir ein fachübergreifendes Prüfungsformat umsetzen und evaluieren, das neben einer schriftlichen Prüfung aus mehreren optionalen Fernprüfungselementen mit fachspezifischen Besonderheiten besteht. Dieses soll anhand einer Grundlagenvorlesung der Informatik mit mehr als 1500 Studierenden erprobt werden sowie Teilnahme und Lernerfolg mit den Ergebnissen der schriftlichen Prüfungen korreliert werden.

Laufzeit: 01.07. - 31.10.2022

Ansprechpartner: Dr. Stephan Günther

Fernprüfungsvorhaben an der Universität Regensburg, Sprachenzentrum

Als diagnostischer Test soll das geplante Fernprüfungsangebot internationalen Studienbewerber:innen ermöglichen, einen für die Bewerbung (für das Fachstudium oder für das studienvorbereitende Kursprogramm) angemessenen und akzeptierbaren Sprachnachweis zu erwerben. Dafür soll ein Einstufungstest bzw. Sprachtest entwickelt werden, der anders als die verfügbaren Online-Einstufungstests wie z.B. der onSET Deutsch der Gesellschaft für akademische Studienvorbereitung und Testentwicklung (g.a.s.t.) als Online-Distanzprüfung durchgeführt werden kann.

Aufgrund der Tatsache, dass sich das Prüfungs- bzw. Testvorhaben vornehmlich an Studienbewerber:innen richtet, die noch nicht an der Universität Regensburg oder der OTH Regensburg immatrikuliert sind, ist der Zugang zu den E-Learning bzw. E-Prüfungssystemen nur eingeschränkt (Moodle) oder gar nicht (Ilias) möglich. Aus diesem Grund wird die Einrichtung einer virtuellen Sandbox für Moodle, also ein von der eigentlichen E-Learning-Plattform der Universität Regensburg abgeschotteter Bereich angestrebt, um volle Funktionalität auch im Falle von Studienbewerber:innen, die noch nicht immatrikuliert sind, zu gewährleisten und die Zugangsmöglichkeiten entsprechend der Erfordernisse zu definieren.

Laufzeit: 01.07. - 31.12.2022

Ansprechpartner:innen: Dr. Thomas Stahl