Fernprüfungen

Einführung

Unbeaufsichtigte Online-Tests sind bereits heute in Moodle möglich. Jedoch lassen sich ohne entsprechende Beaufsichtigung des Prüflings keine prüfungsrechtlichen Rahmenbedingungen herstellen. Wir sind daher gerade dabei, ein Angebot für beaufsichtigte Online-Prüfungen (Fernprüfungen oder "Online-Proctored Exams") zu konzipieren und bereitzustellen.

Fernprüfungen sind schriftliche Prüfungen unter Aufsicht, die außerhalb der Universität, also z.B. von zuhause aus durchgeführt werden. Die Prüfungsaufsicht übernimmt für diesen Fall – unterstützt durch technische Systeme - entweder eine menschliche Online-Aufsicht oder eine spezielle Software. Erste Pilotversuche an der Technischen Universität München mit bis zu 350 Studierenden verliefen bereits - aus technischer und didaktischer Perspektive - vielversprechend. Angesichts der aktuellen Situation arbeiten wir unter Hochdruck daran, schnell ein tragfähiges Angebot aufzubauen.

Was haben wir bereits

  • Mit Moodle haben wir ein Lernmanagementsystem, in dem bereits jetzt unbeaufsichtigte Online-Prüfungen durchgeführt werden können.
  • Wir haben eine technische Lösung für die Online-Klausuraufsicht gefunden und in verschiedenen Pilotversuchen erfolgreich getestet.
  • Aufgrund verschiedener Pilot-Pilotprüfungen haben wir bereits einige Praxiserfahrungen gesammelt und wissen, wie Fernprüfungen organisiert und abgehalten werden können.

Was ist zurzeit noch offen

Für eine erfolgreiche und rechtssichere Umsetzung von Fernprüfungen sind noch verschiedene Klärungen und Vorbereitungen notwendig:

  • In der allgemeinen Prüfungsordnung der Technischen Universität München (APSO) sind beaufsichtigte Online-Prüfungen bisher als Prüfungsform nicht berücksichtigt. Daher müssen noch Änderungen in der APSO oder den Fachprüfungsordnungen (FPSO) vorgenommen werden.
  • Eine beaufsichtigte Online-Prüfung von zuhause aus erfordert von den Studierenden, dass sie dem Aufsichtssystem Videobild und Ton von sich (und ihrer Wohnung) zur Verfügung stellen. Laut aktueller Interpretation der Datenschutzvorgaben kann dies von den Studierenden nicht verpflichtend verlangt werden; daher muss den Studierenden zu einer beaufsichtigte Online-Prüfung immer auch eine gleichwertige Alternative angeboten werden (zurzeit eine Online-Prüfung, die in einem Prüfungsraum an der Uni beaufsichtigt wird). Angesichts der aktuellen Sperrung der Universitätsgebäude kann eine solche Alternative nicht angeboten werden. Wir prüfen zurzeit mit der Rechtsabteilung die Möglichkeit alternativer Regelungen.
  • Um die Performance von Online-Prüfungen sicherzustellen, ist die Einrichtung eines eigenen Prüfungsmoodles geplant, das unabhängig vom Lehr- und Lernmoodle läuft. Da die Anschaffung und Konfiguration von der entsprechenden Hard- und Software einige Zeit in Anspruch nehmen wird, prüfen wir gerade, ob wir vorübergehend auch Prüfungen auf dem zentralen Moodle der Technischen Universität München durchführen können. 

Wie läuft eine Fernprüfung grundlegend ab

Der Prüfungsprozess für Fernprüfungen beinhaltet für die unterschiedlichen Nutzergruppen einige zu berücksichtigende Aspekte:

Lehrende: 

  • Ankündigung der Prüfungsform in TUMonline und ergänzend in Moodle die Studierenden auf die Klausurform hinweisen
  • In Moodle mit der Aktivität „Test“ eine Demo-Prüfung zum Ausprobieren erstellen und die passenden Werkzeuge für die Online-Aufsicht anbinden.
  • Etwa eine Woche vor der eigentlichen Prüfung die Demo-Prüfung für die Studierenden sichtbarschalten und sie auffordern, diese Demo-Prüfung von zuhause aus auszuprobieren und sich mit der Technik vertraut zu machen
  • In Moodle einen E-Test "Prüfung" erstellen (zunächst unsichtbar für die Studierenden) und die passenden Werkzeuge für die Online-Aufsicht anbinden.
  • Prüfung durchführen
  • Korrektur und Auswertung in Moodle

Studierende:

  • Im Vorfeld der eigentlichen Prüfung die Test-Prüfung durchlaufen und sich mit der Technik vertraut machen