Lehrvideos

Um die vielen Beispiele guter Lehre sichtbarer zu machen, sind Michael Folgmann und Christine Sälzer unterwegs, besuchen Lehrende in ihren Veranstaltungen, filmen gelungene Lehrsequenzen, interviewen Dozierende und Studierende und erstellen daraus kurze Videoclips. Über eine im Laufe der kommenden Semester wachsende Sammlung von Videos können die Lehrenden bewährte gute Lehrmethoden auf anschauliche Weise kennenlernen und gleich in der praktischen Anwendung erleben – das inspiriert und motiviert stärker zum Ausprobieren als theoretische Hinweise.

Gamification im Praxistest

Gamification ist zurzeit einer der großen Trends in der Hochschullehre: Mechanismen aus Spielen sollen in der Lehre eingesetzt werden, um Studierende spielerisch zum nachhaltigen und tiefen Lernen innerhalb und auch außerhalb von Präsenzveranstaltungen zu verführen. Carsten Rohr von der Fakultät für Physik und Christoph Hellings von der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik beschäftigen sich mit der Fragen, ob und wie dieser Ansatz in der Praxis umgesetzt werden kann - mit den begrenzten Ressourcen, die man als wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in hat.

Verzahnung von Modulelementen

Während in Vorlesungen oft die Wissensvermittlung im Vordergrund steht, sollen die Studierenden in den ergänzende Übungen meist dieses Wissens praktisch anwenden, beispielsweise Aufgaben lösen oder Pro-gramme erstellen. Der höchste Kompetenzerwerb wird erreicht, wenn die Studierenden diese Aufgaben tatsächlich selbst bearbeiten und lösen (forward-solution); oft aber begnügen Studierende sich damit, sich die Musterlösung anzuschauen und diese nachzuvollziehen (backward-explanation). Stephan Günther ist dabei, ein fakultätsweites Wiki zu entwickeln, in dem verschiedene Strategien zur Verzahnung von Modulelementen (Vorlesung, Zentralübung, Tutorübung, Programmieraufgaben…) und zur Unterstützung/Motivation von Studierenden zum Selbstrechnen dokumentiert und evaluiert werden.

Fit in die Lehre

Fit in die Lehre steht für eine halbtägige Veranstaltung, in der erfahrene Mitarbeiter gemeinsam mit Fach-schaftsvertretern und Hochschuldidaktikern die neuen Mitarbeiter ihrer Fakultät für Lehre motivieren und praktische Tipps für die ersten Schritte in die Lehre geben. In kurzen Vorträgen zur Lehrorganisation und kompakten Workshops zu Themen rund um praktische Aspekte der Lehre werden Impulse gesetzt und wertvolle Tipps vermittelt. Darüber hinaus ist diese Veranstaltung ein Forum, das es den neuen Mitarbeitern ermöglicht, sich mit Kollegen über die Lehrstuhlgrenzen hinweg zu vernetzen. Diese Veranstaltung fand im Sommersemester 2012 an den Fakultäten EI, IN und MW erstmals statt.

Lehre-Espresso

Martin Kleinsteuber hat eine regelmäßige Veranstaltungsreihe „Lehre-Espresso“ etabliert, in der sich die Professorinnen und Professoren der Fakultät der Elektrotechnik und Informationstechnik in kleiner Runde über aktuelle Fragen der Lehre austauschen können. Nach einem kurzen Impulsvortrag einer Kollegin, eines Kollegen oder einer/s externen Expertin/en steht der Austausch von eigenen Erfahrungen im Vordergrund. Diese Veranstaltung trägt zur Stärkung der Lehrkultur bei, indem sie das Bewusstsein für Lehre als Gegenstands eines Diskurses schärft.

Doping

Mareike McIntyre und Georg Womes haben eine Kompaktschulung „Doping“ (Dozenten-PJ-Training) für die PJ-Beauftragten am Klinikum rechts der Isar und angeschlossenen Lehrkliniken entworfen und im Sommersemester 2012 erstmals durchgeführt. Dadurch soll der PJ-Unterricht auf Station inhaltlich und methodisch besser werden – insbesondere in der Anleitung der Studierenden bei ihren Stationsaufgaben (u.a. Etablieren von Teaching Scripts), im individuellen Feedback an die Studierenden und in der Vorbereitung auf die Prüfungen.

Lehrer-Lehrveranstaltung aus einem Guss

Mit der Einführung eigener Mathematik-Vorlesungen für das Lehramt an Gymnasien wurden in diesen Veranstaltungen die Zentralübungen durch so genannte Ergänzungen ersetzt, in denen der Fokus auf dem Vortagen mathematischer Inhalte liegen soll. Vanessa Krummeck ist dabei, dieses Veranstaltungsformat aus Vorlesung, Übungen und Ergänzungen für die "Lineare Algebra für das Lehramt an Gymnasien" zu einer einheitlichen, schlüssigen und in sich stimmigen Kombination zusammenzufügen. Im Blickfeld stehen dabei insbesondere Methodenvielfalt und aktivierende Maßnahmen in Vorlesung und Übungen und deren Umsetzung durch die Studierenden in den Ergänzungen

Bedarfsgerechte Mathematikgrundlagen

In diesem Projekt werden die Dozierenden in den Studiengängen TUM-BWL Bachelor und TUM-BWL Master nach den mathematischen Grundlagen befragt, die sie in ihren Veranstaltungen benötigen. Diese Daten sollen dabei helfen, die Lehrinhalte der mathematischen Grundlagenvorlesungen zu optimieren, um eine spezifischere mathematische Vorbildung der Studierenden zu gewährleisten. Dadurch sollen die Lehrenden der wirtschaftswissenschaftlichen Lehrveranstaltungen bei der Vermittlung mathematischer Methoden zugunsten wirtschaftswissenschaftlicher Aspekte entlastet werden.

Credits für kreative Lehrprojekte

Gutes Lehren und Lernen im Sinne des Leitbilds der TU München ist immer auch "Angewandte technisch-naturwissenschaftliche Kommunikation" – unabhängig davon, ob die Kommunikation in Vorlesungen, Übungen, Praktika, Seminaren, Tutorien und Repetitorien im aktiven Dialog oder schriftlich durch die Ausgabe begleitender Unterlagen stattfindet. Daher wählten Katrin Mathmann und Hannes Petermeier diesen kommunikativen Aspekt als Titel eines Moduls, in dem Studierende eigene kleine Lehrprojekte bedarfsorientiert planen, im Lehrbetrieb umsetzen und dafür ECTS erwerben. Dass sich das Ziel, interessierte Studierende für die Planung und Durchführung innovativer Lehr- und Projektideen zu begeistern, erreichen lässt, zeigt die Resonanz: das Einbringen eigener Ideen, eigenverantwortliches Arbeiten und die Möglichkeit, sich persönlich für gute Lehre zu engagieren, motivieren die teilnehmenden Studierenden zu Höchstleistungen. Das bisher ungenutzte Potential neuer Impulse, das sich aus der engen Vernetzung der Teilnehmer mit ihren Kommilitonen auf der einen und den verantwortlichen Dozenten auf der anderen Seite ergibt, stellt damit einen unschätzbaren Wert für die Sicherung einer qualitativ hochwertigen Lehre in der Zukunft dar.

Methoden zum Unterrichten von Großgruppen

Zu großen Vorlesungen (mehr als 400 Studierenden) einen Übungsbetrieb zu organisieren, die Menge der Studierenden in Zentralübungen zu unterrichten und die Masse von Studierenden und Tutoren zu betreuen ist eine der schwierigsten Lehraufgaben für wissenschaftliche Mitarbeiter. Gerade hier ist viel Erfahrung und eine hohe Kompetenz wichtig, zum einen wegen der Masse der Studierenden, zum anderen aber auch weil die meisten dieser Großgruppenveranstaltungen zu Beginn des Studiums stattfinden, wo die Weichen für den universitären Umgang untereinander und das weitere Lernen gelegt werden. Um gezielt die Lehrenden von Großveranstaltungen zu unterstützen, soll ein hochschulweites Unterstützungsnetzwerk aufgebaut werden, das den Mitarbeitern – insbesondere den neuen und unerfahrenen – Werkzeuge zur Verfügung stellt, Großgruppen zu organisieren, zu betreuen und zu leiten.

InDisNet

Im Zuge des Projektes von Daniel Méndez-Fernández von der Fakultät für Informatik, Tom Clavel und Jochen Schmid vom Wissenschaftszentrum Weihenstephan lernen Studierende die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der einzelnen Fächer und Fachkulturen kennen und erleben sich in der Arbeit in einem interdisziplinären wissenschaftlichen Setting. Die unterschiedlichen Herangehensweisen und Forschungsparadigmen werden beleuchtet und zugunsten des Projektes eingesetzt. Die Studierenden erfahren ebenfalls, wie ein Forschungsprojekt von der Entstehung der Idee bis zur Interpretation der Ergebnisse gestaltet ist und welche Schritte berücksichtigt werden müssen.

Transver

Maria Gruber, Simone Kaniber, Thorsten Schindler und Heiko Panzer haben gemeinsam das Projekt "TransVer" konzipiert, geplant und durchgeführt. In diesem Projekt wurden an drei Fakultäten (TUM School of Education, Fakultät für Mathematik, und Fakultät für Maschinenwesen) lehrrelevante Informationen gesammelt, an einem zentralen Ort für Lehrende digital zur Verfügung gestellt (TranSparenz) und in ein gemeinsames Format gebracht (VEReinheitlichung). Ziel ist es, neuen Lehrenden den Zugang zu Informationen und Vorlagen zu erleichtern.